Reise in die Freiberge

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17 gutgelaunte Männerriegler trafen sich am Freitag, 30. August 2019 um 6 Uhr auf dem Postplatz zur Busreise in den Jura. Beim Eingang zu einem der besterhaltenen und grössten Naturschutzgebiete der Schweiz, dem Etang de la Gruère war der erste Kaffeehalt angesagt. Das Wetter spielte mit, so dass wir uns im Garten vor dem stattlichen Jurahaus für den Tag stärken konnten. Die Rundwanderung um die idyllisch gelegene Moorlandschaft war ein Genuss fürs Auge und die Seele. Noch vor dem Mittagessen besuchten wir die Freiberger Pferdezucht der Familie Sprunger. Der Inhaber erklärte uns die Geschichte und die heutige Situation rund um die Zucht des «Freibergers» in seinem Stall. Dabei schienen uns die (meistens!) gutmütigen Pferde der einzigen ganz schweizerischen Rasse zuzuhören und den Züchter in seinen Aussagen zu unterstützen. Beim Apéro im Pferdestall wurden unsere vielen Fragen kompetent beantwortet. Das anschliessende feine Mittagessen im Campingplatz Saignelégier stärkte uns für die Wanderung von den Juraweiden in Le Noirmont zu den Klippen von «Les Sommêtres». Eine grossartige Rundsicht über den Jura und den Doubs belohnte uns Männerriegler für den Aufstieg. Diese Wanderung gab Durst, so dass es Zeit für ein Bier in einer Gartenbeiz von Le Noirmont war. Ernst hatte uns nämlich einen weiteren Höhepunkt des ersten Tages angekündigt; der Besuch des Uhrenmuseums. Was die Uhrmacher in jener Zeit mit den selbst entwickelten Maschinen und Werkzeugen zustande brachten, war ein Kunstwerk der filigransten Art. Es ist nicht erstaunlich, dass solche Präzisionsmechanik in der ganzen Welt gefragt war. Nach diesem ereignisreichen Tag bezogen wir unser Hotel, unmittelbar beim Austragungsort des bekannten Freiberger Pferdeevents «Marché-Concours». Den Abend konnten die Bierliebhaber in der Brasserie am «Töggelikasten» und Genuss der unzähligen Biersorten ausklingen lassen. Es wurde ziemlich spät, auch wenn uns Kamerad Ernst für den nächsten Tag nochmals ein sehr interessantes und ausdauerndes Programm angekündigt hatte. 

Nach dem reichhaltigen Frühstück gings mit dem Bus hinunter zum Doubs nach Goumois, am Grenzübergang zu Frankreich. Es ist kaum zu glauben, aber ein Bier war für die meisten quasi das Benzin, bevor wir die Wanderung in eines der grössten Waldreservate der Schweiz, jenes von Le Theusseret, in Angriff nahmen. Dem Doubs entlang, durch imposante, wenig genutzte Wälder, vorbei an einer ganz speziellen Flora, erreichten wir die «Auberge Le Theusseret» in La Goûle mit der schönsten Terrasse am Doubs. Die Spezialität des Hauses, frische Forellen, die am gleichen Tag gefangen werden, verwöhnte unseren Gaumen vor der Weiterfahrt nach Le Locle. Der Besuch der unteririschen Mühlen aus dem 16. Jahrhundert war angesagt. In der europaweit einzigartigen Fabrikhöhle nutzte man die Energie eines Wasserfalles und installierte ein System von übereinander angeordneten Wasserrädern. Diese trieben auf mehreren Stockwerken Mühlen und auch ein Sägewerk an. Besonders imposant war das 6 Meter-Wasserrad, das von blosser Hand gestoppt und wieder in Umlauf gesetzt werden konnte.
Zum Abschluss der Reise gings über die vue des alpes und Neuenburg nach Ligerz am Bielersee zum Nachtessen im bekannten Restaurant «Kreuz». Bei der Fahrt nach Hause wurde es deutlich ruhiger, denn die meisten waren müde und überwältigt von den vielen Eindrücken. Ernst Feurer hat uns eine wunderbare Reise in eine, für viele wenig bekannte Gegend organisiert. Ernst, ganz ganz herzlichen Dank für die vielen Trouvaillen, die du uns offeriert hast. Die Reise war ein Highlight.  

 

Xaver Fäh